5. Kasseler Jugendsymposion: Zitate

Aus Jugendsymposion

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Inhaltsverzeichnis

Ursula Benzing

»Jede Bildung muss ästhetische Bildung sein!« 

»Die Sehnsucht nach einer heilen Welt ist größer geworden.« 

»Politische Diskurse wurden im 19. Jahrhundert auf der Bühne geführt.«

»Oper ist die Kunst, die Menschen in eine andere Wirklichkeit zu versetzen.«

»Jede Inszenierung bezieht sich auf unterschiedliche Interpretationen.« 

»Immer wollen wir das Publikum mitnehmen auf eine Entdeckungsreise.« 

»Jeder sieht, hört und empfindet etwas Anderes in der Oper.« 
»Ich wäre sehr betrübt, Sie wären jedes Mal einer Meinung.« 

Benedikt Burghardt

»Musik als Kunst ist gerade mal 400 Jahre alt.« 

»Lauschen Sie, statt dauernd verstehen zu wollen!« 

»Hören heißt: Entdecken durch wahrnehmendes Betrachten.« (Lachemann)

»Schönberg komponiert eine logarithmische Spirale. [...] Schönberg ist vorgedrungen zu einem Urgrund. [...] Musik ist mit der spiraligen Qualität tief verbunden.«

»Das, was zu Beginn Polaritäten waren, ist vielfältige Einheit geworden.« 

»Ästhetisches Erleben heißt: Mit Erlebnissen etwas ahnen.«

»Ein Musikstück ist nie vollständig gegriffen.« 

»Musik ist für mich immer wieder neu. Sich immer wieder neu nähern und antasten an Musik...« 

Ernst-­Dieter Lantermann

»Es geht um Ordnungs-­ und Unordnungsstiaung im Wechselspiel von Analyse und Intuition.« 

»Was wird von der Mehrzahl als schön empfunden?
1. Das Prinzip der Schwelle
2. Das Übersummativitätsprinzip
3. Das Prinzip der Einheit in der Vielheit
4. Prinzip der Konsistenz« 
(Gustav Fechner 1871 über Objektqualitäten)

»Das Sehen kann nicht allein durch die Eigenschafften des wahrgenommenen Gegenstandes erklärt werden, sondern ist von Vorgängen im Gehirn abhängig.« 

»Ästhetisches Erleben entsteht aus dem Wechselspiel zwischen äußerem Eindruck und innerem Erleben.«

»Welche Objektqualitäten haben das Zeug, Neugier zu wecken?
1. Komplexität
2. Neuartigkeit
3. Überraschungswert
4. Vieldeutigkeit
5. Ungewissheit«

Lambert Wiesing

»Das Gehirn besteht zu 99% aus Wasser. – Das sollte man sich nicht immer anmerken lassen.« 

»Das Gehirn filtert!? Ha! Es ist doch keine Kaffeemaschine!« 

»Ein Paradigma ist so etwas wie eine Grundannahme, die eigentlich nicht zur Diskussion steht.« 

»Manchmal hat man den Eindruck, dass diese Wissenschafftler [die eine Trennung von Objekt und Subjekt annehmen und Wahrnehmungsmodelle entwickeln] in ihrer Kindheit zuviel Lego gespielt haben.« 

»Die Wahrnehmung lässt ihren eigenen Entstehungsvorgang nicht wahrnehmbar werden.« 

»Das ist die Religion unserer Gegenwart: Das Verhältnis zwischen Subjekt und dieser Welt sei ein interpretatives.«

»Wenn ich‘s nicht wahrnehme, glaub ich‘s nicht.« (Postulat der Phänomenologie)

»Grundidee der Phänomenologie ist: Keine Theorie, alles nur beschreiben, wie es gegeben ist.«

»Die Wahrnehmung ist ein Urphänomen, das wir so hinzunehmen haben.«

»Ein Subjekt nimmt dann wahr, wenn ihm etwas Wirkliches wahrnehmbar ist.« 

»In welche Situation, in welche Lage bringt mich der Zustand, dass ich das Subjekt meiner Wahrnehmung sein MUSS?«

»Die Wahrnehmung schleift Sie selbst mit in die Welt hinein. Wenn Sie wahrnehmen sollen, müssen Sie selbst dabei sein: Wahrnehmung führt zur Partizipation.« 

»Wahrnehmung ist immer ein Partizipationsverhältnis. Nur gegenüber Bildern können wir wirklich Zuschauer sein und in eine ‚Partizipationspause‘ eintreten.«

»Ich bin nicht nur ein Ding in der Welt, ich bin ein Ding mit Bewusstsein in der Welt.«

»Ich nehme nicht wahr, dass ich älter werde, sondern weil ich wahrnehme, werde ich älter.« 

Pieter van der Ree

»Was ist das Grundmaterial der Architektur? Es entsteht ein Innenraum , eine Polarität zwischen Innen- und Außenraum.« 

»Architektur bildet gewissermaßen den Hintergrund ästhetischen Erlebens.« 

»Architektur wirkt nicht auf jeden Menschen gleich.« 

»Architektur ist etwas, das wirkt bis in die Körperlichkeit.« 
»Architektur ist auch Bedeutungsträger.« 

»Architektur ist Ausdruck menschlichen Denkens.« 

»Architektur soll auch eine geistige Ebene haben, nicht nur eine ökologische. Wir werden uns um ein neues geistiges Leben kümmern müssen. Das wird sich auch auf die Architektur auswirken.« 

»Goethe möchte den Bruch zwischen Objekt und Subjekt, den die Kantsche Philosophie geschaffen hat, mittels der Befassung mit der sinnlichen Erscheinungswelt ausleben.« 

Jost Schieren

»Steiner kritisiert die Vorstellungsbezogenheit unseres Bewusstseins, in dem wir gefangen sind.« 

»Steiner kritisiert, dass wir in einem Dualismus zwischen Mensch und Welt gefangen sind. Ein von den Dingen getrenntes Bewusstseins führt dazu, dass wir uns die Welt, die Natur so zu Nutze machen, dass wir unsere zivilisatorischen Bedürfnisse befriedigen.« 

»Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus.
Und dieses heißt Hund und dieses heißt Haus.
Und hier ist Beginn und das Ende ist dort.« 
(R. M. Rilke)

»Die eigentlichen Qualitäten eines Bildungsprozesses [eine tiefere Auseinandersetzung mit den Dingen]: Dafür hat man heute eigentlich keine Instrumente, um damit umzugehen.« 

»Zentraler Gedanke der Ästhetik Steiners: die Wiedererschließung eines schöpferischen Bewusstseins.« 

»Wahrnehmung und Denken in ein Verhältnis, in ein Spiel bringen: Indem wir damit aufmerksamer umgehen, treten wir in ein schöpferisches Bewusstsein ein.« 

»Ein ästhetisches Erleben führt uns tiefer in die Erscheinungswelt hinein, als es sonst unser Vorstellungsbewusstsein tut.«

»Es gibt mehr in der sinnlichen Erscheinungswelt, als es uns unsere Vorstellungswelt glauben machen möchte.«

»Ich muss als ästhetisch Erlebender ein Gleichgewicht halten können zwischen dem, was sinnlich-stofflich ist und was die freie Gestaltungskraft des Künstlers ist.« 

»Wir wenden uns damit [mit dem Fokussieren des Denkens] dem Rätselhaften unserer eigenen Existenz zu.« 

»In uns oder nirgends
Ist die Ewigkeit mit ihren Welten –
die Vergangenheit und Zukunft.« 
(Novalis)

»Der Mensch hat seine geistige Heimat verloren und wird nicht mehr gehört.« 
(Thema des Expressionismus)

»Wir als Menschen haben diese Instinkte [wie die Tiere] nicht, und wir sind nicht verlässlich zu Hause in dieser Welt.«

»Wir dürfen die Bedeutung von Einsichten nicht unterschätzen, nur weil es uns nicht gelingt, sie auch in der Welt umzusetzen.«

»Einsichten entstehen dadurch, dass wir selber sie hervorbringen.« (R. Steiner)

»Das Denken, das zur Einsicht führt, muss jeder selbst tun.« 
»Sie müssen es tun, es fällt nicht vom Himmel.« 

»Das selbsttätige Denken geht in etwas über, das nicht mehr abhängig ist von uns als Subjekt. Es mündet in eine Sphäre auf sich selbst beruhender Gesetzmäßigkeiten.« 

»Ich kann mit meinem Denken alles verstehen, alles nachvollziehen. [...] Das Denken überschreitet sich selbst als Gesetzmäßigkeit.«

»Im Denken ist jeder Mensch absolut autonom und individuell. Ich muss, um mein Denken zu verstehen, mein Denken nicht verlassen.« 

»In jeder Erkenntnis sind zwei Ströme gegenwärtig: Ein allgemeiner, auf die Wahrnehmung bezogener und ein individueller auf das Denken bezogener.« 

»Steiners Erkenntnisbegriff umfasst einen in hohem Maße ästhetischen Vorgang, der Wahrnehmen UND Denken umfasst. [...] Das schöpferische Denken trifft in die sinnliche Erscheinungswelt ein.«