1-S12 Developing the Senses

Aus Jugendsymposion

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Kursleiter: Peter Lutzker

Peter Lutzker, der in der Waldorflehrer-Ausbildung tätig ist, leitete das wohl kleinste Seminar des Symposions (4 Teilnehmer). Die geringe Teilnehmerzahl war aber kein Hindernis. Im Gegenteil, in der kleinen Runde konnten die spannenden Fragen um so besser bewegt werden. Jeder kam genug zu Wort und konnte so seine persönlichen Erfahrungen und Gedanken mit einbringen. Die Gespräche fanden fast ausschließlich auf Englisch statt, was sehr schön war, da man so in den drei Tagen gut ins Englische eintauchen konnte. Natürlich konnte man auch mal Deutsch reden, wenn es etwas komplizierter wurde. Zwangsläufig bedienten wir uns an der deutschen Sprache bei den Wörtern »Wirklichkeit» und »Realität«, wo das englische „reality“ für unsere Themen nicht ausreichte. Zu Beginn eines jeden Tages tauschten wir uns über den jeweiligen Morgenvortrag aus und kamen so auf viele spannende Themen, die wir lange bewegten (an einem Tag sogar fast die volle Zeit über). So gestalteten wir, ermutigt durch Anregungen und Fragen von Peter Lutzker, durch sehr individuelle und persönliche Gespräche das Seminar zu einem großen Teil selbst, was seine Planung ziemlich durcheinander warf.

Gleich zu Anfang sagte uns Hr. Lutzker, dass der Namen des Seminars nicht sehr treffend gewählt war. Hauptsächlich befassten wir uns, auf verschiedene Weise, mit dem Theater. Am ersten Tag konnten wir sehr gut an den Vortrag von Hans-Peter Dürr anknüpfen und beschäftigten uns mit den verschiedenen Wirklichkeitsebenen in der Kunst, wobei wir auch viel an eigenen Erlebnissen und Erfahrungen betrachteten. Wir lasen einen Textauszug von Peter Brook, in dem es um »The Golden Fish« geht, wie Brook die besonderen Momente im Theater nennt, wenn das unvorstellbar große Gemisch an verschiedenen Empfindungen der einzelnen Zuschauer für eine Millisekunde vollständig vereint ist in einer gemeinsamen Erfahrung von besonderer Wirklichkeit.

Wir sahen, lasen, besprachen und, damit es nicht zu theoretisch wurde, spielten Auszüge aus Shakespeares »Macbeth«, wo wir an seiner Person interessante Aspekte der Wirklichkeit bemerkten. Durch seine starke Vorstellungskraft lebt Macbeth gepeinigt durch seine Visionen, Träume und Ziele in einer eigenen Wirklichkeit.

Am Ende des Seminars war ich begeistert von der Gesprächsatmosphäre und den interessanten Themen, man hätte sich noch viel länger austauschen können. Vielen Dank für die Möglichkeit, an so einem besonderen Ereignis mit so vielen interessanten Menschen und Gedankenanregungen teilnehmen zu dürfen!

André Callegaro

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